"Der Dorfgasthof ist einer der wichtigsten Kontaktstellen auf dem Lande"

Die Kreistagsabgeordneten Finn van den Berg (FDP) und Felix Petersen (CDU) unterbreiten Vorschlag zur Unterstützung der Gastronomie- und Tourismusbetriebe in der Corona-Pandemie

 

Lüneburg Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft im Landkreis Lüneburg hart getroffen. Dies gelte nach Auffassung des FDP-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Finn van den Berg, und des CDU-Kreisvorsitzenden Felix Petersen besonders auch für die Gastronomie- und Tourismusbetriebe auf dem Lande. Für viele von ihnen sei es fünf vor zwölf. „Die Gastronomie- und Tourismusbetriebe waren am längsten von dem Lockdown betroffen. Und auch nach der Öffnung gelten weiter Einschränkungen, die den Betrieben zusetzen. Dies zusammen genommen mit der Kaufzurückhaltung in der Bevölkerung setzt vielen Betrieben extrem zu und gefährdet viele in ihrer Existenz“, fasst van den Berg die Erkenntnisse zusammen, die er und Petersen bei diversen Gesprächen mit Gastronomen in den vergangenen Wochen gesammelt haben.

 

Petersen führt aus: „Die Entwicklung ist für die ländlichen Gemeinden im Landkreis besonders dramatisch. In den vergangenen Jahren haben auf dem Lande bereits viele Gaststätten geschlossen. Wenn jetzt aufgrund der Corona-Pandemie auch noch die letzten Gasthöfe schließen müssen, dann fehlt in vielen Dörfern ein Ort für Familienfeiern, für Chorproben oder Gemeinderatssitzungen. Außerdem ist der Dorfgasthof oftmals die wichtigste Kontaktstelle auf dem Lande, um sich über Neuigkeiten auszutauschen oder die Nachbarschaftshilfe zu organisieren. Wenn es diesen Anlaufpunkt nicht mehr gibt, drohen viele Dörfer zu reinen Schlafnestern zu verkommen, was den Zusammenhalt in den einzelnen Gemeinden erheblich schwächen würde.“

 

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, schlagen die beiden Kreistagsabgeordneten vor, dass die Gemeinden die finanziellen Handlungsspielräume, die sich aus der geplanten Senkung der Kreisumlage ergeben, nutzen sollten, um insbesondere die Gastronomie- und Tourismusbetriebe zu unterstützen. „Die politischen Entscheidungsträger in den Gemeinden wissen am besten, welche Maßnahmen vor Ort im ganz konkreten Fall weiterhelfen. Wenn zum Beispiel in Amelinghausen eine Maßnahme gut funktioniert, dann heißt es nicht automatisch, dass die gleiche Maßnahme auch im Amt Neuhaus hilfreich für die dortigen Betriebe ist. Deshalb halten wir es für geboten, dass der Landkreis kein eigenes Programm zur Unterstützung der Landgasthöfe aufsetzt, sondern durch die Senkung der Kreisumlage den Gemeinden selbst die Möglichkeit gibt, zu entscheiden, wie sie ihren Betrieben vor Ort helfen wollen. Dabei sind aus unserer Sicht neben der Zahlung eines Zuschusses auch andere Maßnahmen, wie zum Beispiel die Finanzierung einer Werbekampagne für die lokalen Betriebe durch die Gemeinde denkbar“, erläutert van den Berg den Vorschlag der beiden. „Wir sehen uns damit in unserem Vorgehen bestätigt, die Gemeinden des Landkreises finanziell zu unterstützen, anstatt bürokratische landkreiseigene Programme aufzusetzen“, betonen Petersen und van den Berg.

 

„Uns ist bewusst, dass die Gemeinden auch trotz der Übernahme der Gewerbesteuerausfälle durch das Land und der Senkung der Kreisumlage erhebliche finanzielle Einbußen haben werden. Trotzdem ist es gerade jetzt wichtig, dass die Gemeinden ihre verbliebenen Landgasthöfe als Teil der sozialen Daseinsvorsorge verstehen, die für den Zusammenhalt in den Dörfern erhalten bleiben müssen“, ergänzt Petersen abschließend.