CDU fordert Nachbesserungen bei Lockerungen der Corona-Vorschriften

Lüneburg Die Vorsitzenden der CDU in Stadt und Kreis Lüneburg mahnen zu Nachbesserungen beim Wiederanfahren des öffentlichen Lebens zur Bewältigung der Corona-Pandemie. „Wir wissen, dass die schrittweise Rückkehr in die Normalität notwendigerweise von Widersprüchen begleitet sein kann. Dennoch ist darauf zu achten, dass die Menschen möglichst gleichmäßig Erleichterungen erfahren und ihr Gerechtigkeitsempfinden so keinen Schaden nimmt“, betonen die Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Lüneburg, Felix Petersen, sowie des CDU-Stadtverbandes Lüneburg, Alexander Schwake, gleichlautend. Kreischef Felix Petersen plädiert mit Nachdruck dafür, dass die Angehörigen des christlichen, muslimischen und jüdischen Glaubens möglichst bald wieder ihre Religion in Form von Versammlungen ausüben dürfen. „Sofern es die Räumlichkeiten hergeben, einen Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten, und adäquate Hygienemaßnahmen ergriffen werden, sollte man zum Beispiel Gottesdienste wieder erlauben. In der Regel sind die Räumlichkeiten groß genug, um als Religionsgemeinschaft diesen Ansprüchen gerecht zu werden“, so Petersen, der an dieser Stelle eine Nachbesserung im Rahmen der nächsten Koordinierungsrunde von Bund und Ländern zur Corona-Krise fordert. Mit Blick auf die Wirtschaft kritisiert der CDU-Stadtverbandesvorsitzende Alexander Schwake dagegen die „Ungleichmäßigkeit bei den Wiedereröffnungen“. Er zielt vor allem auf die Regelung ab, dass ab Montag (20.04.) grundsätzlich nur Geschäfte mit einer tatsächlich genutzten Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern wiederaufmachen dürfen. „Es ist den Kaufleuten schwerlich vermittelbar, warum ausgerechnet hier die Grenze gezogen wird. Stattdessen sollten alle Geschäfte unter Beachtung der Hygienemaßnahmen und Kundenzahl pro Quadratmeter in Gänze wiedereröffnen können. Dies wäre gerechter. Ich vertraue hier den Kaufleuten, zumal sie ein großes Eigeninteresse daran haben, dass die Infektionen nicht wieder hochgehen, um keine erneute Schließung zu riskieren“, erklärt Schwake. Ein Ziel der 800-Quadratmeter-Regelung sei es, dass nicht zu viele Menschen unterwegs sind, sodass die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen nicht mehr eingehalten werden könnten. Schwake zufolge wäre es jedoch möglich, dieser Befürchtung etwa mit einer zeitlich befristeten Einschränkung der Parkmöglichkeiten zu begegnen. Dadurch würde der Zugang beispielsweise zur Innenstadt als Ganze reglementiert. „Allgemein ist aber zu bezweifeln, dass eine Innenstadt wie die Lüneburgs wegen eines oder einiger weniger großer Geschäfte gleich insgesamt zu voll wird“, so Schwake. Wie in den Medien berichtet, hat die Niedersächsische Landesregierung am Freitag (17.04.) auf der Grundlage eines Beschlusses von Bund und Ländern eine neue Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus erlassen, in der Erleichterungen für die niedersächsische Wirtschaft enthalten sind. Der CDU-Kreisvorsitzende Felix Petersen wie auch der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Alexander Schwake loben den Schritt ausdrücklich: „Bund und Länder haben die Weichen richtig gestellt. Man darf den Weg zu einem normalen Leben weder zu schnell noch zu zaghaft gehen, um einen Wiederanstieg der Infektionen zu verhindern. Denn die Gesundheit der Menschen steht an oberster Stelle. Nur beim einen oder anderen Punkt besteht eben Korrekturbedarf.“