Jens Böther ist CDU-Landratskandidat

Erbstorf Seit der außerordentlichen Mitgliederversammlung des CDU-Kreisverbandes
Lüneburg im Erbstorfer Restaurant „Lim’s“ am Freitag steht fest: Die CDU zieht mit Bleckedes Bürgermeister Jens Böther in den Wahlkampf um das Lüneburger Kreishaus.

 

Bereits im ersten Wahlgang setzte er sich mit 139 von 217 Stimmen gegen seine beiden Mitbewerberinnen, die Lüneburger Kreisrätin Sigrid Vossers (46 Stimmen) und Ministerialrätin Dr. Dorit Stehr (30 Stimmen), durch. Böther erzielte damit eine Mehrheit von 64 Prozent, obwohl es für eine Nominierung nur der absoluten Mehrheit bedurft hätte.

 

In seiner engagierten Bewerbungsrede betonte der 52-jährige Familienvater, der Diplom-Verwaltungswirt und Informatikbetriebswirt gelernt hat, vor 240 Mitgliedern und Gästen seine politischen wie beruflichen Erfahrungen: 21 Jahre war Böther in der Kreisverwaltung tätig, bevor er 2006 zum hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Bleckede gewählt und 2014 wiedergewählt wurde. Von 2001 bis 2005 hatte er wiederum dem Samtgemeinderat Scharnebeck anghört und sich von 2001 bis 2006 als ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Echem betätigt. „Damit habe ich, denke ich, alles an Bord, was man dabeihaben muss, wenn man die Aufgabe eines Landrates übernehmen will“, betonte Böther entschlossen.


Ihm zufolge würden feste Mehrheiten im Kreistag der Vergangenheit angehören, weshalb es den politischen Diskurs zu pflegen gelte, um das politische Miteinander zu stärken, Gräben zuzuschütten und Lösungen zu finden. „Dem Landrat kommt dabei die Aufgabe zu, eigene Ideen einzubringen, Ideen, Wünsche und Bedürfnisse aus dem Kreistag aufzunehmen und diese letztendlich im Miteinander zur bestmöglichen Lösung zu führen“, skizzierte Böther seinen Anspruch an sich selbst im Fall eines Sieges bei der Landratswahl im Mai.

Böther bekannte sich zum flächendeckenden Breitbandausbau, den er für jedes Haus und jeden Betrieb im Landkreis wolle, und strebt eine faire Kita-Finanzierung zwischen Land, Landkreis und Gemeinden an. Auch werde er die Gemeinden in der Siedlungsentwicklung stärken, um den durch den Zuzug entstandenen Siedlungsdruck gemeinsam mit den Gemeinden aus dem Oberzentrum der Hansestadt Lüneburg teilweise in die Fläche abzulenken. Dafür müssten wiederum Lösungen für die Verkehrsproblematik in und um Lüneburg gefunden und Baugenehmigungsverfahren beschleunigt werden.


Die Hansestadt Lüneburg bezeichnete Böther als „Motor unserer Region“. Die Stadt bei ihren Herausforderungen in Sachen Wohnungsbau, Verkehr, wirtschaftlicher und kultureller Entwicklung zu stärken, sei ihm wichtig, da dies dem gesamten Landkreis zugutekäme – dem Landkreis, der nicht zuletzt einen Landrat brauche, der die Elbbrücke wirklich wolle, um seine Einheit zu vollenden. Dieses Vorhaben hatte Böther bereits bei der ersten Regionalkonferenz als „Herzensangelegenheit“ bezeichnet.


Unmittelbar nach Bekanntgabe des Stimmergebnisses kam es zu stehenden Ovationen. Eine Traube von Gratulanten bildete sich um den frisch nominierten CDU-Landratskandidaten: darunter der CDU-Kreisvorsitzende Felix Petersen, die Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Monika Scherf, der Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols und der Landtagsabgeordnete Uwe Dorendorf.


Vielfachen Dank gab es für die Bereitschaft aller Kandidaten, sich dem Bewerbungsverfahren gestellt zu haben, wozu auch die beiden Regionalkonferenzen der Partei in Scharnebeck und Reppenstedt zählten. Petersen hatte schon in seiner Eröffnungsrede mit Blick auf den Umstand, dass nur einer als CDU-Landratskandidat nominiert werden könne, betont: „Wir haben drei hervorragende Bewerbungen gesehen. Gewinnen kann nur einer, diejenigen, die es nicht werden, müssen sich nicht grämen.“ Auch schwor Petersen die Mitglieder vorab auf die kommenden Wahlkampfwochen ein, denn „nach der Urwahl ist vor der eigentlichen Wahl.“