Initiativantrag zum Bau der Elbbrücke bei Darchau / Neu Darchau

Initiativantrag zum Landesparteitag am 7./8. September 2018 in Braunschweig zum Bau der Elbbrücke bei Darchau / Neu Darchau

 

 

 

 

Der CDU Kreisverband Lüneburg stellt für den Landesparteitag folgenden Initiativantrag:

 

 

 

„Der Landesparteitag der CDU in Niedersachsen möge beschließen:

 

Die Landespartei unterstützt den Bau einer Elbbrücke bei Darchau Neu Darchau und fordert die Landesregierung dazu auf,  die Finanzierung der Brücke u.a. zusammen mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern sicherzustellen.“

 

Begründung des Inhaltes:

 

 

 

Viel zu lang hat die innerdeutsche Grenze die Menschen in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg von denen im Amt Neuhaus und dem westlichen Mecklenburg-Vorpommern getrennt. Nicht zuletzt die Aussicht auf eine verbindende Elbbrücke war die Grundlage für die Rückgliederung des Amtes Neuhaus zum Landkreis Lüneburg im Jahr 1993. Erst mit dem Bau einer festen Elbquerung ist die Einheit Deutschlands in dieser Region vollendet.

 

Der Bau der Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau ist für die wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung von Nordostniedersachsen und dem westlichen Mecklenburg-Vorpommern von zukunftsweisender Bedeutung. Er fördert das nachhaltige Zusammenwachsen des ost- und westelbischen Wirtschaftsraumes und setzt die notwendigen regionalwirtschaftlichen Impulse.

 

Eine Elbbrücke käme der lokalen Wirtschaft, dem Tourismus aber vor allem auch dem gesellschaftlichen Leben auf beiden Seiten der Elbe zugute. Sie würde einen positiven Beitrag zur Entwicklung dieses strukturschwachen Raumes leisten und der Entvölkerung des ländlichen Raumes entgegenwirken. Dem Handel und Handwerk, den Dienstleistungen und der Gastronomie würden sich neue Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Entwicklung eröffnen mit entsprechenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Zeitraubende und umweltbelastende Umwegfahrten über die Brücken bei Dömitz oder Lauenburg, die sich bei Eisgang, Niedrig- oder Hochwasser der Elbe sowie durch Reparatur- und Wartungsarbeiten an der Fähre ergeben, blieben Unternehmen und Bevölkerung erspart. Hiervon würde auch der ÖPNV enorm profitieren. Eine gegenseitige verzögerungsfreie Unterstützung der jeweils anderen Elbseite bei Hochwasser und Katastrophenfällen wäre gewährleistet.

 

Mehrere Untersuchungen haben eine breite Unterstützung für das Projekt nachgewiesen. Die Bevölkerung des Landkreises Lüneburg hat sich in einer Bürgerbefragung im Januar 2013 zu Dreivierteln für einen Brückenbau ausgesprochen und der Politik ein starkes Handlungssignal gegeben. Gleichwohl hat der Landkreis Lüneburg im Sommer 2015 entschieden, die Planungen zur Elbbrücke einzustellen, weil der Eigenanteil an der Finanzierung die Möglichkeiten des Landkreises überstiegen hätte.

 

Ein Planfeststellungsverfahren wurde nicht eröffnet, wohl aber wurde das Raumordnungsverfahren im Juni 2016 mit einer Landesplanerischen Feststellung abgeschlossen, die 10 Jahre gültig ist. Damit sind alle Voraussetzungen geschaffen, um die Planungen fortzusetzen, allein die Finanzierung der Elbbrücke ist noch offen. Deshalb soll die Landesregierung aufgefordert werden, gemeinsam mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern und dem Bund die Frage der Finanzierung zu lösen.

 

Begründung des Initiativcharakters:

 

Durch die langanhaltende Dürre und den fehlenden Regen im Sommer 2018 hat die Fähre zwischen Darchau und Neu Darchau aufgrund des Niedrigwassers in der Elbe seit numehr sechs Wochen ihren Betrieb eingestellt. Seit drei Wochen hat zudem die Fähre in Bleckede ebenfalls ihren Betrieb eingestellt. Bis der notwendige Pegel wieder erreicht wird, werden noch weitere Wochen vergehen.

 

Diese Situation stellt für die Menschen im Amt Neuhaus eine echte Notsituation dar. Durch die Einstellung des Fährbetriebes verlängern sich die Wege in die Kreisstadt Lüneburg um bis zu 75 Kilometer pro Strecke. Die Schulwege einzelner Kinder verlängern sich um bis zu zwei Stunden pro Strecke. Dieses aktuelle Naturereignis verdeutlicht sehr eindrucksvoll, warum es notwendig ist, die Finazierung der Brücke umgehend zu klären.

 

Desweiteren zeichnet sich ab, dass der Landkreis Lüneburg auch vor dem Hintergrund des vorbeschriebenen Naturereignisses vorraussichtlich am 24. Septeber 2018 den Beschluss fassen wird, die Planungen wieder aufzugreifen und das Planfeststellungsverfahren zu eröffnen. Um nach Abschluss dieses Verfahrens zeitnah mit dem Bau beginnen zu können, ist es notwendig, dass die Landesregierung nun auch zeitnah alle erforderlichen Maßnahmen trifft, die Finanzierung der Brücke sicherzustellen.     

 

 

 

 

 

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