Neujahrsempfang mit DFB-Präsident Reinhard Grindel

Auf seinem Neujahrsempfang begrüßte der CDU-Kreisverband Lüneburg im alten Casino der Schlieffen-Kaserne am Sonntag als Ehrengast den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel. Der Präsident des weltweit größten Einzelsportverbandes sprach vor mehr als 160 gespannten Zuhörern aus Politik, Sport und Wirtschaft über die gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs und betonte dabei die integrative Wirkung des Sports. Berühmte Fußballspieler und andere Sportidole würden Kinder und Jugendliche unterschiedlichster sozialer Herkunft etwa zu sportlicher Betätigung animieren und so zusammenbringen. Vereine würden „Zusammenhalt, Fairplay, Respekt und Toleranz, Verlässlichkeit und Vertrauen“ vermitteln. Da die Bereitschaft zu ehrenamtlicher Tätigkeit allerdings leider nachlasse, müsse man den Wert des Ehrenamtes immer wieder betonen und verdeutlichen, dass die Vereine der Kitt seien, der die Gesellschaft zusammenhalte. Dabei bezog sich Grindel auch auf das Sozialversicherungsrecht, das ehrenamtliche Arbeit teilweise erschwere. Doch auch die Kommunen müssten für ausreichend Sportplätze sorgen.

 

Veranstaltungsleiter und CDU-Kreisschatzmeister Felix Petersen griff Grindels Darstellung vom Sport als Spiegelbild der Gesellschaft auf. „Auch die Kommunalpolitik stellt sich die Frage, welche Werte in unserer Zeit wichtig sind, gerade in Zeiten, in denen Hass-Nachrichten im Internet veröffentlicht werden, anstatt dass das persönliche Gespräch gesucht wird“, merkt Petersen an und ergänzt: „Vielleicht können wir alle vom Fußball lernen, dass sich Politik, Verwaltung und gesellschaftliche Gruppen als Mannschaft verstehen müssen, die, wenn auch jeder auf seiner Position, alles daran setzen müssen, das große Ganze voranzubringen.“

 

Vorher hatte der Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols, der an den Koalitionsverhandlungen im Bund beteiligt ist und Grindel nach Lüneburg geholt hat, die Zuhörer auf den neuesten Stand bezüglich der Bundespolitik gebracht. Zudem griff Pols das Schicksal des Fußball-Regionalligisten Lüneburger SK Hansa auf, der nach wie vor über kein eigenes Stadion in der Stadt verfügt, und lobte Grindels klare Worte bei der DFB-Pokalauslosung im Juni in der ARD. Damals monierte Grindel, dass der Verein keine eigene Heimat habe, sondern seine Heimspiele bei anderen Vereinen austragen muss, aktuell beim VfL Lüneburg.