"Land hat Zukunft!"

Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes, Brigitte Scherb, als Gastrednerin beim CDU-Neujahrsempfang

Ein „klares und verlässliches Bekenntnis zu einer modernen, innovativen und vielfältigen bäuerlichen Landwirtschaft“ forderte die Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes, Brigitte Scherb, von der Politik auf dem diesjährigen Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbandes Lüneburg am Sonntag in Scharnebeck. Sie verbat sich Kampagnen wie jene von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), deren Ministerium „neue Bauernregeln“ entwarf, welche die Landwirte unter Generalverdacht stellten, weder ökologisch zu arbeiten noch am Tierwohl interessiert zu sein.

 

Doch Scherb zeigte sich auch selbstkritisch: „So wie auf dem eigenen Hof Kavaliersdelikte nicht mehr zu akzeptieren sind, so müssen wir als Berufsstand uns als Ganzes und deutlich von schwarzen Schafen distanzieren. Es ist wichtig, dass wir als Unternehmer Kritik und Skandale als Chancen nutzen, das eigene Verhalten zu reflektieren, mögliche Fehlentwicklungen zu überdenken und abzustellen“. Nur so könne man Vertrauen und Akzeptanz in der Bevölkerung für die Bauern herstellen.

Die gleichwertigen Lebensverhältnisse in Stadt und Land sah Scherb durch immer längere Wege etwa zur Kita, zur Schule und zum Arzt bedroht. Auch schnelles Internet sei vielerorts nicht gegeben. Besonders wichtig zur Steigerung der Attraktivität des ländlichen Raumes sei aber die Verbesserung der Situation der Frau auf dem Land. „Denn mit jeder Frau, die das Dorf verlässt, geht auch eine potenzielle Familie“, erklärte Scherb.

Ihr zentrales Augenmerk legte Scherb dabei auf die Entgeltungleichheit zwischen den Geschlechtern. „Frauen mussten bis zum 18. März arbeiten, um dasselbe in der Lohntüte zu haben, wie die Männer bereits am 1. Januar“, erläuterte Scherb vor den mehr als hundert Zuhörern. Laut Statistischem Bundesamt verdienen Frauen – betrachtet man alle Entgeltgruppen – 21 Prozent weniger als Männer. In den ländlichen Regionen seien es Scherb zufolge gar 33 Prozent. Sie warnte: „Das wächst sich in der Rente auf 59 Prozent Unterschied aus. Damit sind die Scheunentore für Altersarmut von Frauen deutlich weit geöffnet“.

Nach der Rede bedankte sich der CDU-Kreisvorsitzende, Günter Dubber, herzlich bei Scherb für ihr Kommen und lobte ihre Rede: „Selten ist es während einer Rede so still im Publikum gewesen und der Applaus zwischendurch hat gezeigt, dass die Rede gut angekommen ist“. Als Präsent überreichte Dubber zwei Flaschen köstlichen Rotwein.

Im Anschluss fanden die Gäste zu lebhaften Gesprächen zusammen, wobei für das leibliche Wohl ein gut bestücktes Büffet sorgte. Als Überraschungsgast erschien zudem der CDU-Spitzenkandidat für die niedersächsische Landtagswahl 2018, Dr. Bernd Althusmann, der sich sogleich unter die Anwesenden mischte. Dubber: „Das war ein schöner, sehr gelungener Neujahrsempfang und zwar auch, weil wir wieder einmal gesehen haben, dass der ländliche Raum Zukunft hat“.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0