23. „Gespräche MIT Genuss“: Nicht lügen, nicht betrügen, nicht stehlen! Compliance-Regeln und die Folgen von Verstößen

Peter Luths (r.) begrüßte als besonderen Gast der MIT Lüneburg den Leiter der Konzernrevision der Talanx-Gruppe, Andreas Braun (Foto: MIT/Max Manzke)
Peter Luths (r.) begrüßte als besonderen Gast der MIT Lüneburg den Leiter der Konzernrevision der Talanx-Gruppe, Andreas Braun (Foto: MIT/Max Manzke)

Nicht nur aus der Automobilindustrie und dem Bankgeschäft sind sie hinlänglich bekannt, die großen und kleinen Verstöße gegen gesetzliche und selbst auferlegte Regelungen. Jeder Mittelständler kann betroffen sein – viele sind es, nur die Spitze des Eisbergs wird oft sichtbar. Was können die Folgen sein? Und noch wichtiger: Wie kann ihnen vorgebeugt werden?

 

Andreas Braun (Deutsch Evern) ist Leiter der Konzernrevision der Versicherungs- und Finanzgruppe Talanx AG (Hannover). Er berichtete als besonderer Gast der Lüneburger MIT Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung bei den 23. „Gesprächen MIT Genuss“ im „Markt drei“ des Roy-Robson-Hauses von den Anforderungen an eine ordnungsgemäße Unternehmenskultur. Und was zu tun ist, sie in die Köpfe der Beteiligten zu bringen.

 

Nach der Begrüßung durch den MIT-Vorsitzenden Peter Luths und begleitet von einem genussvollen Menü mit österreichischen Anklängen – Andreas Braun ist in der Nähe von Wien geboren und aufgewachsen – zitierte der Wirtschaftsinformatiker Braun den früheren Bundesfinanzminister Theo Waigel: „Compliance dient der Einhaltung von Verhaltensregeln, die die Einhaltung von Gesetzen sichern.“ Der Begriff „Compliance“ wird inzwischen international gebraucht und lässt sich am ehesten mit Regeltreue übersetzen. „Eigentlich ist es ganz einfach, wie im Kindergarten: Du sollst nicht lügen, Du sollst nicht betrügen, Du sollst nicht stehlen!“

 

Und wenn es doch dem Unternehmen dient? Schließlich ist es doch auch noch nicht so lange her, dass selbst Bestechungsgelder steuerlich absetzbar waren.

 

„Diese Zeiten sind vorbei“, betonte der Österreicher und berichtete von US-amerikanischen Verhältnissen, die zunehmend auch in Europa Anwendung fänden. Bis zu 22,5 Millionen US-Dollar seien von US-Behörden schon an Whistleblower gezahlt worden, die Compliance-Verstöße in US-Unternehmen aufgedeckt hätten. Und auch hierzulande kämen immer mehr Fälle ans Licht, in denen Verstöße Karrieren beenden und Unternehmensergebnisse zerstören würden. Jeder Mittelständler sei daher gefordert, sich mit Compliance in seinem Unternehmen zu beschäftigen und für regeltreues Wirtschaften zu sorgen.

 

Garniert mit vielen anschaulichen Beispielen und präsentiert mit sympathischem Wiener Schmäh brachte Andreas Braun manchen Gast zum Nachdenken und lieferte zahlreiche Anknüpfungspunkte für lebhafte „Gespräche MIT Genuss“.