„Normalverdiener und Familien müssen entlastet werden“

Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) in Lüneburg begrüßt die laufende Debatte um Steuerentlastungen. Die MIT fordert für die kommende Legislaturperiode eine umfassende Steuerreform in drei Stufen. „Für viele Bürger auch in Lüneburg lohnt sich Mehrarbeit oft nicht, weil der Staat zu viel abschöpft“, sagt Peter Luths, Vorsitzender der MIT Lüneburg. „Deshalb muss unser Steuersystem nicht nur einfacher, sondern auch leistungs- und familienfreundlicher werden.“

 

Nach dem unter Beteiligung u.a. von Prof Fuest (ifo-Institut), Prof. Raffelhüschen (Stiftung Marktwirtschaft) und dem Bund der Steuerzahler entwickelten Steuerkonzept der MIT werden vor allem mittlere Einkommen und Familien mit Kindern konjunkturwirksam entlastet. Die gesamte Entlastung soll einem Drittel der erwarteten zusätzlichen Steuereinnahmen entsprechen.

 

Direkt nach der Bundestagswahl soll die Werbungskostenpauschale ab 2018 auf 2.000 Euro verdoppelt werden. Luths: „Dies würde rund zwei Dritteln aller Steuerzahler ersparen, ihre Werbungskosten einzeln zu berechnen, und damit zum Bürokratieabbau beitragen.“ In einem zweiten Schritt ab 2019 soll der Steuersatz bei zu versteuernden Jahreseinkommen ab 13.669 Euro von 24 auf 20 Prozent gesenkt werden. Ferner soll der Spitzensteuersatz von 42 Prozent nicht wie jetzt bei 53.666 Euro greifen, sondern erst bei 60.000 Euro. Luths: „Früher musste jemand das Zehnfache des Durchschnittseinkommens verdienen, um den Spitzensteuersatz zu zahlen. Heute gilt die höchste Besteuerung schon für den Facharbeiter an der Maschine.“ In der dritten Stufe ab 2020 soll der Kinderfreibetrag auf die Höhe des Grundfreibetrags für Erwachsene angehoben werden.

 

Insgesamt würden die drei Stufen Steuerentlastungen von mehr als 30 Milliarden Euro bringen und so mit positiven Auswirkungen auf die Binnennachfrage die Kaufkraft der Bürger stärken. Wenn das Kindergeld entsprechend dem Grundfreibetrag erhöht würde, kämen weitere rund 7,7 Milliarden Euro hinzu. Für das Jahr 2020 geht die aktuelle Steuerschätzung von rund 135 Milliarden Euro Mehreinnahmen gegenüber 2015 aus.