Junge Union Lüneburg zu Besuch in der Biogasanlage in Kirchgellersen

Die Anlage der Familie Hövermann versorgt 8.000 Haushalte mit Strom
Die Anlage der Familie Hövermann versorgt 8.000 Haushalte mit Strom

Wie funktioniert eine Biogasanlage? Was unterscheidet sie von anderen erneuerbaren Energiequellen? Taugt sie als „saubere“ Energiequelle? „Diese Fragen standen im Mittelpunkt unseres Besuchs der Biogasanlage in Kirchgellersen und haben das Interesse vieler unserer Mitglieder geweckt“, erklärt der Kreisvorsitzende der Jungen Union (JU) Lüneburg, Steffen Gärtner, mit Blick auf die mehr als zehn Teilnehmer.

 

Gemeinsam haben die Mitglieder der JU die Familie Hövermann bei der Arbeit besucht, die Anteilseigner der Biogasanlage sind. Stolz erzählte der Sohn Carsten, der sich bestens mit der Funktionsweise der Biogasanlage auskennt, dass die Anlage rund 8.000 Haushalte mit Strom versorgen könne. Bevor der erste Spatenstich überhaupt erfolgt sei, habe es zwar bei einigen Bürgern im Ort Vorbehalte gegenüber der Anlage gegeben, inzwischen hätten sich diese Vorbehalte aber weitestgehend zerstreut. Im Gegenteil: Biogasanlagen könnten einen wichtigen Beitrag zur Grundlastversorgung der Haushalte leisten und die Stromversorgung somit auf einem konstant hohen Niveau sicherstellen – anders als Windkraft und Sonnenenergie, die stark von Wind und Wetter abhängig sind. Gärtner konstatiert: „Der Mix macht’s“.

 

Die JUler konnten sehen, wie die Biomasse angeliefert, mit dem Frontlader in den für sie vorgesehenen Häcksler verbracht und im sogenannten „Fermenter“ – so heißen die großen grünen Betongebilde, die oben spitz zulaufen – vergärt wurde. Ein Teil des entstehenden Gases treibt sodann eine große Turbine im Blockheizkraftwerk an, mit der Strom erzeugt wird. Der Großteil des Methans wird allerdings durch einen chemischen Prozess zu normalem Erdgas weiterverarbeitet. Von dieser Art von Gasaufbereitung gibt es nur ca. 200 Anlagen in ganz Deutschland.

 

Anschließend wird das vergorene Substrat als hochwertiger Dünger von den Landwirten, die an der Biogasanlage beteiligt sind und diese auch weitestgehend selber mit eigener Biomasse versorgen, ausgebracht, erfuhren die neugierigen Besucher, womit der Kreislauf einer Biogasanlage geschlossen war. „Ein schöner Blick hinter die Kulissen“, zieht ein Mitglied Bilanz.

 

Der Besuch der Biogasanlage war der Auftakt zum diesjährigen Sommerprogramm der JU. Das Windrad, das ursprünglich im Anschluss an die Biogasanlage erklommen werden sollte, wird zu einem späteren Termin besichtigt. Regulär stehen darüber hinaus noch ein Sommergrillen am 16. Juni, eine Kanu-Tour am 16. Juli und eine Altstadtführung am 11. August auf dem Programm.