Brücken bauen!

Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung vor 25 Jahren in Darchau
Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung vor 25 Jahren in Darchau

Der Ort war mit Bedacht gewählt, weil er ein historischer in vielerlei Hinsicht ist, worauf die verschiedenen Redner auch hinwiesen. Schon im Grußwort des Ortsvorsitzenden des Amtes Neuhaus Heinrich Hauel wurde auf die wechselvolle Geschichte von Neuhaus verwiesen. Die bundesweit einmalige Situation dieses Ortes, der mit Ausnahme der DDR-Zeit immer schon zum Landkreis Lüneburg gehört hat, ist das Paradebeispiel für die Segnungen der Wiedervereinigung wie aber auch für deren noch nicht völlige Verwirklichung. Es fehle bislang am politischen Willen, so Karin Bertholdes-Sandrock MdL und Jörg Hillmer MdL übereinstimmend, die Verkehrsanbindungen so zu gestalten, dass die Regionen zusammenwachsen, wirtschaftlich prosperieren können und die Menschen im ländlichen Raum blieben. Es gelte vor allem, so Hillmer, „den Kindern Chancen zu geben“. Lasst uns, so der von dieser Veranstaltung ausgehende Aufruf, weiter Brücken bauen und damit Verbindungen, die Chancen bringen. Der wegen Krankheit nur per Skype zugeschaltete Kanzleramtsminister Peter Altmaier MdB erinnerte in seinem Redebeitrag noch einmal an den Mut der Menschen in Ostdeutschland, die an die Freiheit glaubten und damit den Grundstein dafür legten, „dass es uns jetzt so gut geht wie noch nie in den vergangenen 20 Jahren“.


Die CDU könne sich auf die Fahnen schreiben, nicht den Zweiflern wie Lafontaine gefolgt zu sein, sondern den Einigungsprozess aktiv vorangetrieben zu haben. Bildung, Forschung und Wirtschaft wurden zur Chefsache. Unter Angela Merkel sei Deutschland „zum wettbewerbfähigsten Land geworden, wir haben heute die geringste Arbeitslosenquote in Europa“, so Altmaier. Damit Deutschland wettbewerbsfähig bleibt, muss die Digitalisierung vorangetrieben werden, vor allem aber muß die Wertschöpfung im Lande bleiben und nicht nach Asien abwandern, was Arbeitsplätze sichert. Altmaier schloß mit einem flammenden Appell, dass weiterhin „Brücken gebaut“ werden müssen, auch konkret die Elbbrücke bei Darchau. Nachdem der Landkreis aus finanziellen Gründen der Elbbrücke eine Absage erteilt hatte und der Bund den Brückenbau nicht direkt fördern darf, versprach Altmaier, sich im Gespräch mit Verkehrsminister Lies auf Landesebene um alternative Fördermöglichkeiten zu bemühen. „Alle Verantwortlichen müssen an einen Tisch, damit sich keiner am Ende herausreden kann.“ Die Region müsse gestärkt werden, der Standort biete beste Bedingungen.


Am Ende ging Altmaier noch auf die aktuelle Flüchtlingskrise ein und verwies auf die humanitäre Pflicht zu helfen. Europa als Ganzes , die westliche Wertegemeinschaft müsse sich zu seiner Verantwortung bekennen und nicht nur ein einzelnes Land wie Deutschland. Wie schon bei der Integration der neuen Bundesländer, so könne auch hier nur gemeinsames Handeln Hürden überwinden. Auch angesichts dieser Problematik gibt es also nur eine Botschaft, die von dieser Veranstaltung ausging: Brücken bauen!